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Stress

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Wir alle haben ihn. Keiner will ihn. Aber wenn wir ihn nicht haben, gehören wir nicht dazu. Dann sind wir entweder eigenartig oder faul. Wenn wir unseren Job mögen, nichts zu meckern haben oder schlimmer noch – vielleicht sogar zufrieden sind und die Dinge gerne tun – sind wir oftmals ziemlich allein auf weiter Flur.

Gemeinsam Jammern und Leiden ist leicht. Wir haben immer ein Gesprächsthema und können uns so richtig schön hineinsteigern. Mit positiven Aspekten ist das ein wenig anders. Gerade hier in Deutschland ist es, sagen wir mal – ungewöhnlich – , voller Begeisterung zu sprühen und sich gemeinsam zu freuen. Ohne Wenn und Aber. Ohne eine kleine Randbemerkung dazu, wie es noch besser hätte sein können. Immer fehlt uns irgendetwas.

Wir sind froh, dankbar, zufrieden – sagen wir. Aber eigentlich könnte es immer noch ein wenig mehr sein. Sind wir dann wirklich zufrieden? Oder geben wir uns nur zufrieden mit dem, was wir haben oder bekommen, weil wir glauben, nichts Besseres verdient zu haben? Weil wir glauben, nicht mehr zu können. Weil wir einfach nicht den Mut haben, eine Weile den schweren Weg zu gehen und für das zu kämpfen, was wir eigentlich wollen? Weil wir nicht bereit sind, die Investition zu tätigen, die am Anfang einmal wehtut, aber am Ende alles leichter macht?

Stress beschreibt nichts anderes als den Zustand, den wir erleben, wenn wir Dinge tun, die wir nicht tun wollen, weil wir wissen, dass sie nicht unserem Zweck, sondern dem eines Anderen dienen.

Wir sind also genau dann gestresst, wenn wir uns darüber ärgern, dass wir uns für andere aufopfern – das heißt, unsere eigenen Bedürfnisse zurückstellen, weil alle anderen wichtig sind – nur nicht wir selbst.

Nun ist es leicht, zu sagen, dass diese Anderen Schuld daran sind, dass es uns so schlecht geht. Dass sie diejenigen sind, die unseren Stress verursachen. Dass sie doch auf uns aufpassen müssten und uns in Ruhe lassen sollten. Dass sie sehen müssten, dass wir bestimmte Dinge gerade nicht leisten können. Das müssen sie doch erkennen. Dabei denken diese Anderen immer nur an sich und ihre Sorgen und Aufgaben.

Doch um ehrlich zu sein – niemand trägt die Schuld daran, dass wir gestresst sind. Nur wir selbst können etwas an dieser Situation ändern. Denn es gibt immer einen, der einem Anderen etwas antut und den Anderen, der es mit sich machen lässt. Niemand wird die Verantwortung für dich und deine Gesundheit, dein Leben und dein Glück übernehmen. Das kannst nur Du selbst!
Du triffst jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde auf´s Neue die Entscheidung, ob du mitmachst, oder aussteigst. Ob du schweigst oder sprichst. Ob du funktionierst oder anderen die Chance gibst, dich zu verstehen und zu sehen, was in deiner Welt so alles los ist. Du hast die Möglichkeit, ihnen mitzuteilen, dass sie nicht der einzige Mensch sind, der etwas von dir erwartet. Wenn du ihnen nicht die Chance gibst, das zu erkennen, werden sie es vermutlich nicht sehen.

Denn – auch wenn du es vielleicht noch nicht so gesehen hast – ihnen geht es genau wie dir!

Wir sitzen alle im gleichen Brunnen und am Ende will jeder als erstes da herauskommen. Nur haben wir noch nicht erkannt, dass es nur funktioniert, wenn wir zusammenarbeiten. Wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt. Erst einmal die Leiter nach oben aufzubauen, damit einer hinaufsteigen und von oben alle anderen mit hinaufziehen kann. Dazu muss jemand unten und jemand in der Mitte stehen. Und wir müssen einander vertrauen. Vertrauen darauf, dass jeder seinen Part erfüllt. Dass derjenige, der unten steht, das ganze auch aushalten kann. Dass diejenigen weiter oben sich beeilen und wenn sie angekommen sind, ihren Teil der Vereinbarung erfüllen und die anderen mit heraufziehen.

Doch wie soll man jemandem vertrauen, den man nicht kennt? Den man nicht einschätzen kann, weil er eine Maske trägt. Der auch nur funktioniert, wie die anderen es von ihm erwarten und der nicht zugeben würde, dass er auch gestresst ist, weil auch er Dinge tut, die er nicht tun will. Wie soll man in einer rationalen Welt von Emotionen sprechen, wenn man das Gefühl hat, dass es niemanden interessiert?

Es ist deine Entscheidung!

Du musst nur den ersten Schritt gehen, vielleicht auch den zweiten und den dritten. Dann wirst du feststellen, dass es eben doch Menschen gibt, die es interessiert. Menschen, denen es genauso geht wie dir. Menschen, die es dir nachmachen werden und plötzlich zieht ihr am selben Strang.
Nur einer muss damit anfangen.
Willst du darauf warten, dass es ein anderer tut
oder willst du derjenige sein, auf den die anderen gewartet haben?

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