Improvisation

Improvisieren müssen wir im Alltag doch irgendwie ziemlich häufig. Ständig, könnte man schon sagen.
Fast jedes Gespräch, nahezu jede Reaktion auf die unvorhergesehenen Umstände, die Kleinigkeiten im Leben, fordern unser Improvisationstalent. Mal mehr, mal weniger. Mal bewusst, mal unbewusst.
Dennoch ist es nicht jedermann´s Sache – diese Improvisation. Insbesondere, wenn es vor´s Publikum geht.

Auch hier gibt es wieder verschiedene Typen. 
Wer mag denn nun Improvisation/volle Entscheidungsfreiheit und wer braucht eher Choreografien/Drehbücher/Vorgaben?

Das ist recht einfach zusammengefasst:
Menschen, die sich gerne anpassen und ein großes Bedürfnis nach Zugehörigkeit haben, lieben Choreografien. Es ist alles vorgegeben, sie müssen keine Entscheidungen treffen und können die Verantwortung größtenteils abgeben. Sie stehen damit nur selten bis gar nicht in der Kritik, was das Inhaltliche betrifft. Sie können sich immer auf die Entscheidungen eines anderen berufen – was größtenteils daher rührt, dass sie ungern auf Antipathien stoßen. Bei Choreografien/Drehbüchern/Vorgaben brauchen sie sich nur anfangs bemühen, schnell zu lernen, sich schnell einzufügen und dann fleißig sein. Das klare Anforderungsprofil bestmöglich erfüllen. Sie können immer besser werden, brauchen aber nicht viel zu denken dabei. Sie haben ein klares Leitbild und können sich auf das konzentrieren, was gut läuft, wissen, an welchen Stellen es noch ab und zu hakt und können diese dann wieder und wieder trainieren. Sie können sich Feedback einholen zu der Frage „Ist das richtig oder falsch?“ Oder übersetzt: „Ist das so, wie du es von mir erwartest? Werde ich deinen Anforderungen schon gerecht?“ Das sind in der Regel Menschen, die auch gern als Mitarbeiter in einem Unternehmen arbeiten und möglichst viele Vorgaben haben möchten. Sie wollen gesagt bekommen, was sie wann tun sollen und sich in die Formation einreihen. Sie wollen Feedback, ob ihre Leistung zu den Anforderungen passt und einfach jeden Tag das tun, was andere ihnen sagen. Das, was sie können. Das, wovon sie wissen, dass es gut ankommt. Sie wollen ein sicheres Netz haben, auf das sie weich fallen, wenn etwas in der Kritik steht.

Improvisation lieben die Menschen, die ganz bei sich sind. Die ihren eignen Weg suchen. Sich ungern etwas vorschreiben lassen. Die keine Routine mögen, sondern sich lieber vom Flow leiten lassen. Die sich auf ihre Stärken konzentrieren, noch mehr Individualität reinlegen und so immer mehr zu sich selbst finden, statt ihre Zeit damit zu verbringen, die Schwächen auszugleichen, um das zu erfüllen, was ein anderer ihnen auferlegt hat. Sie sind gern frei und genießen jeden Schritt, bei dem ihnen nichts und niemand im Weg steht. Sie umtanzen die Hindernisse einfach. Es geht ihnen nicht darum, bestimmten Menschen zu gefallen, sondern viel mehr darum, diejenigen anzuziehen, die zu ihnen passen. Sie haben wenig Angst vor Kritik. Dabei verlernen sie nur manchmal, sich auf andere einzustellen, zu vertrauen, sich mit sich selbst zu konfrontieren. Neues zu trainieren. Sie haben manchmal Angst, sich ihren Schwachpunkten stellen zu müssen oder haben eine Abneigung dagegen, sich ein bestehendes System einzufügen. Manchmal auch aus der Angst heraus, etwas „falsch“ zu machen/ die Anforderungen nicht zu erfüllen.

Was ist nun besser oder schlechter?  Nichts von beidem!
Wie immer im Leben, gleichen sich beide Pole aus. Wir sind nun einmal verschieden und genau deswegen können wir uns so super ergänzen.
Die Mischung macht´s!
Am Ende entfaltest du dein volles Potenzial nur dann, wenn du beides tust! Unabhängig davon, welcher Typ du bist. Sei dein eigener Ausgleich!
Lass dich ab und an mal auf andere ein. Werde Teil des Ganzen. Konfrontiere dich selbst mit deinen Blockaden und lerne Neues dazu. Lass dich von anderen inspirieren und leiten und lerne, zu vertrauen.
Löse dich aber ab und an auch mal von dem ganzen drum herum und erlaube es dir, Du selbst zu sein! Mit all deinen Facetten. Lass dich tragen von deinem eigenen Flow. Spüre deine Stärken und deine Leidenschaft. Finde heraus, was du wirklich willst. Fühl dich frei.

 

Das ist es, was eine perfekte Performance ausmacht. Die Synchronität und Einheit, das Zusammenspiel, die Variation und die Gemeinschaft. Das Strahlen und Leuchten, die Leidenschaft des Einzelnen in seinem individuellen Solo. Das Gefühl. Das Besondere.